Der reine Safran aus San Gimignano

Unser toskanisches Rotgold

Natürlichen Produkten von unseren Landwirtschaft

Unterdessen entzaubern wir etwas hier Übliches, den reinen Crocus Sativus, besser bekannt als Safran. Dessen rote Farbe verändert sich erst nach Auflösen in Wasser und nimmt die gelbliche Färbung an. Dank Gründung der Vereinigung "Il Croco" und des Interesses sowie der Beiträge der Verwaltung der Provinz Siena und der Region Toscana wurde dessen Anbau in San Gimignano im Jahr 1993 wieder aufgenommen.

Der Safran aus San Gimignano trägt seit 2005 als erster europäischer Safran das Herkunftsprädikat DOP (di origine protetta) der EWG.

Geschichtliche Hintergründe

Die luxoriösen Paläste und die Pracht der Türme, die größtenteils auf das 12. Jahrhundert zurückgehen, bezeugen und überliefern uns das wirtschaftlliche Niveau und den Wohlstand den San Gimignano in jener Zeit erreicht hatte.

Bezeichnend war sicherlich seine strategische Lage zwischen wichtigen Städten wie Florenz, Siena und Pisa sowie bedeutenden Verbindungsstraßen. Unter diesen war die "Via Francigena" sicherlich die wichtigste, da sich San Gimignano entlang ihres Verlaufes entwickelte. Sie führte nicht nur die Pilger nach Rom, sondern diente auch den Händlern als Transportweg für ihre Waren.

Der Safran, typisches Produkt aus San Gimignano, diente nicht nur als Tausch- und Handelsobjekt, sondern ersetzte auch Geld. Im Jahr 1202 beispielsweise, erhielt man eher Bargeld als Pfand für zwei Pfund Safran, als für Knechte oder Landbesitz.

Um die Ausgaben für die Belagerung des Schlosses "Della Nera" zu tilgen, war die Gemeinde von San Gimignano im Jahr 1228 gezwungen ein Dahrlehen bei einigen Bankieren aufzunehmen. Die Rückzahlung des Darlehens wurde nicht nur in Bargeld, sondern teilweise auch in Form von Safran vorgenommen.

Außerdem konnten Räuberbanden bezahlt werden und den Botschaftern Vicari und Vicere wurde Safran als Geschenk übergeben. Im Jahr 1228 wurden dem Stadtvogt von San Gimignano, Gregorio, während einer kurzen Reise die Spesen für Verpflegung unter anderem in Safran erstattet.

Wie in den Statuten von Volterra aus dem Jahre 1252 ersichtlich, war die Wertschätzung des Safrans aus San Gimignano beachtlich, denn es wurde eine hohe Warensteuer auf jedes Pfund Safran erhoben. Gerade weil es sich um ein wertvolles Produkt handelte, wurden Gesetze zur Gewährleistung des Gewichtes und zum Qualitätsschutz erhoben, wie aus der Verordnung des Stadtvogtes von San Gimignano, Bernadino Bianco dei Malevoli, vom 31. Dezember 1261 ersichtlich wird.
Safran wurde fast ausschließlich zum Färben benutzt, fand aber auch in der Medizin und natürlich beim Kochen Verwendung.

Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts wird der Safrananbau unterbrochen. Einige der möglichen Gründe sind: die wirtschaftliche Krise aufgrund der Verschiebung der "Via Francigena" in Richtung der Täler, aber vor allem der Import französischem Safrans zu niedrigeren Kosten aber auch geringerer Qualität.

Anekdote

Aus einer Legende geht hervor, daß das "Risotto alla milanese" aus der Leidenschaft eines Malers für die Farbe Gelb entstanden ist (Safran wurde auch für Gemälde und Zeichnungen verwendet). In seinen Werken war Gelb die dominierende Farbe, so daß ihm jemand riet es auch für das Risotto zu verwenden. So wurde eines der typischen italienischen Gerichte geboren.